Im Hinblick auf den angebotenen Leistungsumfang ist der Unterschied zwischen Korrekturlesen und Lektorat erheblich. Das Lektorat ist mit einem höheren Arbeitsaufwand verbunden und umfasst alle formalen, sprachlichen und strukturellen Verbesserungen. Hinzu kommt die Überprüfung der fachlichen Standards, die in der Branche, Institution oder an einer Hochschule gelten. Korrekturlesen ist dagegen nur ein kleiner Teil des Lektorats, weil es hier – kurz gefasst – lediglich um Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion und einheitliche Schreibweisen geht. Das Honorar pro Normseite ist aufgrund des geringeren angenommenen Arbeitsaufwands niedriger als das für ein umfassendes Lektorat. Das Korrekturlesen ist jedoch nicht weniger anspruchsvoll ist. Die Fahler liegen mehr im Detail. Es bietet sich an, das anschließende Korrektorat nach dem Vier-Augen-Prinzip von einer anderen Person durchführen zu lassen. Für das Korrektorat orientiere ich mich grundsätzlich an den Duden-Regeln für die deutsche Sprache.
Das Korrektorat ist eine Teilaufgabe des Lektorats
Die Trennung zwischen Lektorat und Korrekturlesen bleibt jedoch unscharf. Beispielsweise lassen sich sprachliche Mängel nicht immer eindeutig der einen oder anderen Tätigkeit zuordnen. Bestimmte Formulierungen entsprechen zwar nicht der standardsprachlichen Norm, nach den genannten Unterscheidungsmerkmalen fällt eine Verbesserung dieses Fehlers bereits in den Bereich des Lektorats. Es entsteht ein Mehraufwand, der nicht vergütet wird. Falls lediglich ein Korrektorat vereinbart wurde, sehen sich Lektorinnen und Lektoren unter Umständen dem Vorwurf ausgesetzt, nicht gründlich genug gearbeitet zu haben.
Unterschied zwischen Korrekturlesen und Lektorat
Aus diesem Grund biete ich für Fachtexte aus der Wirtschaft, für Abschlussarbeiten und Dissertationen nur ein Lektorat an, weil ein Korrektorat in der Regel nicht ausreicht, um die qualitativen Anforderungen an den Text zu erfüllen. Mit einer formal fehlerfreien Dissertation ist also noch nichts gewonnen, wenn die weiteren Kriterien nicht den wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Diese Aussage gilt selbstverständlich auch für einen Wirtschaftstext, wenn dieser Text inhaltlich und sprachlich nicht überzeugend wirkt. Ein Korrektorat bietet sich beispielsweise für eine Dissertation an, die vor der Veröffentlichung in einem Verlag noch auf formale Mängel überprüft werden muss. Ein Korrektorat ist unter Umstäbnden notwendig, um die Druckfreigabe von den Gutachtern zu erhalten.
Sie sind die Expertin bzw. der Experte des wissenschaftlichen Themas
Ergänzend sei erwähnt, dass ich kein inhaltliches Lektorat anbiete. Ich würde den Studierenden und Doktoranden zu viel versprechen, weil ich mich schlichtweg mit vielen Themen nicht auskenne. Selbstverständlich überprüfe ich den Text auf inhaltliche Plausibilität und Vollständigkeit. Ich weise beispielsweise darauf hin, wenn Definitionen zu Begriffen fehlen oder inhaltliche Zusammenhänge unklar erscheinen. Mehr sollten Kundinnen und Kunden von einem Lektor nicht erwarten. Es wäre zu riskant, die inhaltliche Überprüfung einer Person zu überlassen, die nicht tiefergehend mit dem Thema vertraut ist. Ich habe während meiner langjährigen Tätigkeit als Lektor nur sehr selten mit Kundinnen und Kunden gearbeitet, die inhaltliche Probleme mit Ihrer Abschlussarbeit oder ihrem Fachtext hatten. Bei Doktoranden sollte das inhaltliche Wissen ohnehin umfassend vorhanden sein. Sie sind die Expertin bzw. der Experte Ihrer Arbeit, die sie auch mit dieser Haltung präsentieren sollten. Vor diesem Hintergrund erübrigt sich ein inhaltliches Lektorat.
Haben Sie weitere Fragen zu dem Unterschied zwischen Korrekturlesen und Lektorat? Sie können Sie sich zu diesem und zu anderen Themen gern telefonisch oder per E-Mail an mich wenden.