Zeitplanung: Wenn der Abgabetermin für die Abschlussarbeit naht

Das Schreiben einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit unterliegt zeitlichen und administrativen Restriktionen. Mit dem Tag der Anmeldung tickt die Uhr und damit steht auch der einzuhaltende Abgabetermin fest. Bei einer verspäteten Abgabe sind Sie auf jeden Fall durchgefallen. Sie können eine Verlängerung beantragen, wenn Sie in der Zeit nach der Anmeldung wegen Krankheit nicht an Ihrer Abschlussarbeit schreiben konnten. Die Verlängerungszeit ist abhängig von der Zahl der Krankentage.

Ein ärztliches Attest ist notwendig, um eine Verlängerung zu erwirken. Sie sollten im Falle einer Krankheit die Möglichkeit einer Verlängerung auf jeden Fall wahrnehmen. Bereits wenige Tage Arbeitsausfall können entscheidend sein, ob Sie Ihre Bachelorabeit zu einem erfolgreichen Abschluss führen. Ein Grund für eine Krankschreibung kann beispielsweise aus der psychischen Drucksituation resultieren. Es muss also nicht unbedingt eine Grippe oder andere schwerwiegende Krankheit sein, die Sie dazu zwingt, zum Arzt zu gehen. Ein weiterer Grund für eine Verlängerung kann gegeben sein, wenn Sie nachweislich Schwierigkeiten bei der Quellenbeschaffung oder bei der empirischen Erhebung hatten. In diesem Fall wenden Sie sich an Ihre Betreuerin oder Ihren Betreuer, der das Anliegen an das Prüfungsamt weiterleitet.

Grundsätzlich sind die zeitlichen Rahmenbedingungen für eine Bachelorarbeit enger gefasst als bei einer Masterarbeit. Je nach Hochschule und Fachbereich liegt die Bearbeitungszeit für Bachelorarbeiten zwischen sechs und zwölf Wochen. Bei Masterarbeiten sind es in der Regel zwischen vier und sechs Monate. Im Zuge der Bologna-Reform ist ein Flickenteppich aus Prüfungsordnungen entstanden, sodass die Regularien für die Bearbeitungszeit sehr unterschiedlich sind. Für die eigene Zeitplanung sind diese Unterschiede erheblich. Manche Studierende erfahren das Thema der Bachelorarbeit erst am Tag der Anmeldung, andere können das Thema frei wählen und haben bis zum Anmeldetermin genügend Zeit, sich mit dem Thema vertraut zu machen, es einzugrenzen und sich gezielt auf die Schreibphase vorzubereiten. Sie sollten während der Bearbeitungszeit immer wieder Zeitfenster festlegen, bis wann Sie einzelne Kapitel abschließen möchten.

Während der Schreibphase sollten Sie andere zeitintensive Vorhaben wie einen Wohnungsumzug, eine aufwendige Zahnoperation oder die Beendigung einer Beziehung am besten auf den Tag nach der Abgabe verschieben. Tatsächlich habe ich bereits mit Studierenden zusammengearbeitet, die aufgrund solcher Launen gerade in der Endphase zeitlich erheblich unter Druck gerieten.

Die meisten Studierenden müssen neben dem Schreiben der Bachelorarbeit noch einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. Bis zum Abgebtermin bleibt Ihnen daher weinig Zeit für Freizeitaktivitäten. Eine Bearbeitung bis spät in die Abendstunden und an Wochenenden sollten Sie daher unbedingt einplanen. Wichtig ist, dass Sie sich in der Zeit kurz vor dem Abgabetermin eine Kernzeit von bis zu 14 Tagen freihalten, in der Sie sich ausschließlich mit Ihrer Abschlussarbeit beschäftigen. In der Regel sind die Studierenden in dieser Zeit sehr produktiv, weil das Thema nun sehr präsent ist und die Ergebnisse nur noch „runtergeschrieben“ werden müssen. Denken Sie daran, das Fazit (und Ausblick) nicht am letzten Tag zu schreiben. In der Schlussphase kommt es darauf an, die Abschlussarbeit noch einmal gründlich zu überarbeiten und in einem Rutsch – am besten auf Papier – zu lesen. Neben den während des Studiums erworbenen Schreibkompenzen und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einem Thema wird von Ihnen vor allem die Bereitschaft zur Selbstorganisation erwartet.

Falls Sie weitere Fragen zur Zeitplanung für die Abschlussarbeit haben, können Sie sich gern telefonisch oder per E-Mail an mich wenden.

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